Software: FEM - Tutorial - Magnetfeld - Problemdefinition

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Problemdefinition



Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Bauform des Elektro-Magneten

Untersucht werden soll in diesem Übungskomplex der im Simulationspraktikum zur Lehrveranstaltung Konstruktionstechnik intensiv behandelte Topfmagnet für den Antrieb einer Präge-Nadel:

  • Axial im Eisenkreis befindet sich eine Bohrung für den Stift der Präge-Nadel.
  • Der bewegliche Anker erfordert im Deckel des Eisentopfes einen Führungsspalt von 0,1 mm.
  • Zwischen Deckel und Topf existiert infolge unvermeidlicher Toleranzen und Oberflächen-Rauhigkeiten ein luftgefüllter Restspalt sDeckel im µm-Bereich
  • Die Kraft im Arbeitsluftspalt s soll für einen Wertebereich von sMin≈0 mm bis sMax=4 mm untersucht werden.
  • Die Spule besitzt eine Windungszahl wSpule=400.
  • Die im Bild nicht dargestellte Spule füllt den Wickelraum fast vollständig aus. Zwischen den Drähten und dem Eisenkreis ist ein Spalt=0,5 mm.
  • Die Gesamtdicke der Lackbeschichtung des Spulendrahtes wird zu dLack=60 µm angenommen.
  • Es wird die nichtlineare Magnetisierungskurve des verwendeten Eisenwerkstoffes benutzt. Die Hysterese der BH-Kurve wird vernachlässigt.
  • Die Wirbelströme im Eisenkreis werden nicht berücksichtigt

[bearbeiten] Experiment-Ziele

  • Mittels der FEM-Simulation soll die Kraft F im Arbeitsluftspalt in Abhängigkeit von der Ankerposition s und dem aktuellen Strom i berechnet werden.
  • Die Einflüsse von wesentlichen Fertigungstoleranzen auf die Haltekraft des Magneten sind zu untersuchen.

Wir entwickeln das erforderliche Modell sofort als LUA-Script unter Nutzung z.B. des Crimson-Editors. Die Verwendung der LUA-Console von FEMM ist auf Grund des großen Script-Umfangs und unserer bereits vorhandenen Erfahrungen für die Script-Entwicklung nicht mehr empfehlenswert!

[bearbeiten] Definition des Problem-Typs

Ein FEM-Script-Modell sollte grundsätzlich mit der Problem-Definition beginnen. Damit werden die Weichen für die eigentliche Modellbildung gestellt:

  • Das Magnetic Problem konfigurieren wir als statisch und axialsymmetrisch mit der Längeneinheit Millimeter.
  • Im FEMM-Programm werden zusätzlich grundlegende Eigenschaften der späteren Vernetzung und Berechnung festgelegt:
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-- Definition des Problem-Typs                                               --
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   create(0);        -- 0=magnetic|1=electrostatic|2=heatflow|3=currentflow
-- mi_probdef(frequency,units,type,precision,(depth),(minangle))
   mi_probdef(0,"millimeters","axi",1e-8,0,30);
                     -- 1e-8=Max.Fehler für Solver
                     -- 30° =Min.Winkel für Netz

Hinweis: Eine Frequenz=0 Hz beschreibt ein statisches Problem. Bei einem Wert>0 Hz würde eine harmonische Berechnung mit komplexen Zahlen durchgeführt, bei der alle Feldgrößen mit der gewählten Frequenz schwingen.

[bearbeiten] Parameter

Die geplanten Simulationsexperimente sind die Grundlage für die Definition einer Liste von Modellparametern. Durch Änderungen an diesen Modell-Parametern gewinnt der Modell-Anwender Erkenntnisse für die Lösung seines Entwurfproblems. Man unterscheidet zwei Klassen von Modellparametern:

1. Entwurfsparameter (Objektbezogen)

  • Konstruktive Parameter (Abmessungen und geometrische Form, Material und Zustandsgrößen: z.B. Vorspannung, Magnetisierung)
  • Technologische Parameter (Streuungen und Grenzwerte konstruktiver Parameter)
  • Betriebsparameter (aktuelle Werte veränderlicher Zustandsgrößen: z.B. Strom, Positionen)

2. Numerische Parameter (Modellbezogen)

  • Vernetzungsvorgaben (Elementgröße und -form)
  • Solver-Parameter (Verfahren, Genauigkeit)

Da wir Millimeter als günstige Längeneinheit bei der Problem-Definition wählten, müssen Abmessungen konsequent in der Maßeinheit mm angeben werden:

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-- Konstruktive, technologische und Betriebs-Parameter                       --
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   dMagnet=40;   -- Topf-Durchmesser [mm]
   hTopf=27.5;   -- Topf-Höhe [mm]
   dAnker=10;    -- Anker-Durchmesser [mm]
   lAnker=10;    -- Anker-Länge [mm]
   hDeckel=2.5;  -- Dicke des Deckels bzw. Topfbodens [mm]
   dStift=1;     -- Durchmesser der Bohrung [mm]
   dWand=1;      -- Wandstärke des Topfes [mm]
   wSpule=400;   -- Windungen in der Spule
   dLack=0.06;   -- Gesamtdicke der Drahtbeschichtung [mm]
   sWickel=0.5;  -- Spalt zw. Spulendraht und Eisen [mm]
   sAnker=1;     -- Arbeitsluftspalt [mm]
   sDeckel=0.01; -- Restspalt zw. Deckel und Topf [mm]
   sGleit=0.1;   -- Führungsluftspalt für Anker [mm]
   iSpule=1;     -- Spulenstrom [A]
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