Software: CAD - Tutorial - Adaptiv - Anker des Magneten

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Software CAD - Tutorial - Adaptiv - anker drin fertig.gif
Ergänzen des Ankers
Software CAD - Tutorial - Adaptiv - anker vor einbau.gif

Den Anker entwerfen wir analog zum Deckel als adaptives Bauteil. Durchmesser und Höhe des Ankers sollen sich erst beim Zusammenbau in der Baugruppe ergeben. Wir speichern das neue Bauteil als Anker_xx (mit xx=Teilnehmernummer):

  • Wir fixieren den Mittelpunkt der Anker-Grundfläche verdrehsicher im Ursprung des Bauteil-Koordinatensystems.
  • Als vorläufige Höhe der Extrusion wählen wir z.B. 20 mm.

Bei geschlossenem Arbeitsluftspalt soll die Oberseite des Ankers mit der Oberseite des Deckels abschließen. Der Anker-Durchmesser ist gleich dem des Kerns.

Achtung:
Zwischen dem Anker und der Kernfläche des Topfes befindet sich der Arbeitsluftspalt (positiver Wert). Diesen muss man beim Einfügen des Ankers als Versatz berücksichtigen:

  • Wir definieren deshalb in der Baugruppe Magnet_xx einen Benutzerparameter Luftspalt=1 mm und verwenden diesen als Versatz zwischen den beiden Anker-Stirnflächen und der übrigen Magnet-Geometrie beim Platzieren der erforderlichen Abhängigkeiten.
  • Um den Versatz-Wert muss das äußere Ende des Ankers aus dem Deckel ragen!
  • Entscheidend für die Richtung des Versatzes ist die Reihenfolge, in der die fluchtenden Flächen gewählt werden!
  • Man sollte unbedingt überprüfen, ob sich bei einer Änderung des Luftspalt-Wertes die Ankerposition bei konstanter Ankerlänge richtig verändert!
    Teufelchen.gif


Der Teufel im Detail:

1. Verwendung adaptiver Teile:

  • Ein Bauteil kann nur einmal adaptiv in einer Baugruppe verwendet werden.
  • Danach trägt das Bauteil eine "dauerhafte" Markierung, die auch erhalten bleibt, wenn das Teil inzwischen nicht mehr in einer Baugruppe verwendet wird!
  • Gefährlich:: Beseitigt man die Adaptivität eines Bauteils aus Versehen in einer Baugruppe durch das Rückgängigmachen von Bearbeitungsschritten, so kann man dieses Bauteil anschließend nicht mehr als "adaptiv" kennzeichnen!
  • Reparatur: In der Bauteil-Datei kann man unter MFL > Extras > Dokumenteinstellung die Markierung "In Baugruppe adaptiv verwendet" wieder löschen!
  • Benötigt man ein adaptives Bauteil ein weiteres Mal, so muss man zuvor durch "Speichern unter" eine Kopie des Bauteils erzeugen.

2. Inkonsistenzen:

  • Bei der schrittweisen Adaption von Teilen innerhalb einer Baugruppe durch Hinzufügen von Abhängigkeiten lassen sich Fehlermeldung fast nicht vermeiden. Diese beziehen sich meist darauf, dass Konflikte zu bereits existierenden Abhängigkeiten bestehen. Meist hat das CAD-System mit dieser Meldung Recht!
  • Mit einigen Grundregeln kann man Fehlermeldungen bzw. unerwünschte Effekte minimieren:
    1. Man sollte sich bewusst sein, dass im Hintergrund ein Gleichungslöser arbeitet, der anhand aller Zwangsbedingungen eine gültige Position und Größe aller Teile berechnet.
    2. Man sollte nach Möglichkeit mit Abhängigkeiten immer Bezug auf das Basisteil nehmen (im Beispiel der "Topf"). Das Vermeiden von Abhängigkeitsketten erleichtert dem Solver die Arbeit.
    3. Elementare Abhängigkeiten sind für die Adaption anscheinend günstiger als komplexe. Z.B. sollte man "Einfügen" durch ein Fluchten von Achsen und Ebenen ersetzen.
    4. Die Richtung, in der ein Versatz wirkt, ist Resultat der Reihenfolge, in welcher man die Flächen innerhalb der Abhängigkeit auswählt und der Flächen-Normalen der beiden Flächen. Die Chance beträgt also ca. 50% für das korrekte Ergebnis! Bei Misserfolg muss man die Abhängigkeit erneut mit einer anderen Reihenfolge bei der Flächenauswahl definieren oder z.B. ein symmetrisches Teil zuvor um 180° drehen. Einen negativen Wert für einen Versatz sollte man vermeiden (außer es geht nicht anders!).
Achtung: Speichern nicht vergessen!