Software: CAD - Tutorial - Baugruppe - Zeichnungssatz - Einzelteile

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Einzelteil-Zeichnungen

Die beiden Zeichnungsblätter für die Teile Platine und Bolzen werden jeweils als Neues Blatt der Zeichnungsdatei hinzugefügt:

Software CAD - Tutorial - Baugruppe - Zeichnungssatz bauteil neue blaetter.gif
  • Die neuen Blätter versehen wir mit den Namen der Teile.
  • Neue Blätter erhalten standardmäßig die Eigenschaften des zuletzt angelegten Blattes (z.B. A3-quer).
  • Für die Teile genügt im Beispiel jedoch das A4-Hochformat. Wir müssen die Blätter entsprechend in ihren Eigenschaften bearbeiten.

Achtung:
Vor dem Erstellen der ersten Zeichnungsansicht sollte man im Stileditor überprüfen, ob die Standard-Einstellungen für die Bemaßung entsprechend den Hinweisen aus der ersten Übung geändert sind:

  • "Nachfolgende Nullen" in der Maßanzeige ausblenden.
  • Abstände zwischen Maßlinien auf 7 mm vergrößern.
  • "Nachfolgende Nullen" für Toleranz-Werte ausblenden.

Wir aktivieren nun im Browser das Zeichnungsblatt für die Platine (Doppelklick):

  • Als Erstansicht und gleichzeitig einzige Ansicht erstellen wir eine Draufsicht der Platine. Die Platine soll dabei im Hochformat abgebildet werden.
  • Zur Wahl dieser benutzerdefinierten Ansicht benutzen wir wieder den Viewcube, welcher auch eine Rotation der Ansicht in 90°-Schritten ermöglicht.

Mittellinien und Nennwert-Masze

Software CAD - Tutorial - Baugruppe - Zeichnungssatz bauteil platine bemaszt.gif
  • Die Symmetrie-Linien der Platinen-Ansicht erstellen wir durch "Einschließen" der Koordinatenachsen des Ursprung-Koordinatensystems.
  • Die Mittenkreuze der Bohrungen rufen wir als "Automatische Mittellinien" ab.
  • Wir verwenden ausschließlich Modellbemaßung zur Realisierung der folgenden Bemaßung.

Hinweise:

  • Maßhilfslinien müssen an den zu bemaßenden Kanten enden, welche der Maßlinie am nächsten liegen ("Ziehen" der Endpunkte bis zur richtigen Kante, wie im Bild mit den grünen Markern angedeutet!).
  • Maßlinien und Maßhilfslinien sollen sich und andere Linien möglichst nicht schneiden. Die Bemaßung ist so zu platzieren, dass möglichst wenige Kreuzungen entstehen. Trotzdem muss die Zuordnung zwischen bemaßtem Detail und Bemaßung klar erkennbar bleiben.
  • Existieren mehrere gleiche Rundungen/Bohrungen, so ist es "zufällig", an welcher die abgerufene Modellbemaßung erscheint. Dies hat Einfluss auf die Platzierung linearer Bemaßung, weil die Radien-/Durchmesser-Maße nicht an andere Rundungen/Bohrungen verschiebbar sind.
  • Die Maße von Rundungen bzw. Bohrungen sollte man so verdrehen, dass die Leserichtung von unten oder rechts gewährleistet ist und keine Kollisionen mit anderen Maßen besteht.

Toleranz-Bemaszung

Wichtig:

  • Toleranzen gehören zu den Bemaßungseigenschaften des CAD-Modells!
  • Das Hinzufügen von Toleranz-Angaben durch Bearbeiten der Bemaßung in der Zeichnungsansicht erzeugt nur Werte in Analogie zur Zeichnungsbemaßung. Diese Toleranzen werden dann nicht Bestandteil des CAD-Modells!
  • Man kann zwar in der Zeichnungsansicht durch Bearbeiten der Modellbemaßung auch die Toleranz ergänzen, aber wir ergänzen die erforderlichen Toleranz-Angaben diesmal direkt in der Bauteil-Datei (hier der Platine).

Wir beginnen mit den vier 8 mm-Bohrungen. Diese sollen mit den Bolzen eine Übergangspassung H7/j6 bilden:

  • Über das Kontext-Menü des Bohrungselements kann man sich die zugehörige Bemaßung anzeigen lassen:
    Software CAD - Tutorial - Baugruppe - Zeichnungssatz bauteil toleranz bohrung.gif
  • Nach Doppelklick auf das Durchmessermaß 8 kann man in Analogie zur 1. Übung diesen Bohrungsdurchmesser mit einer ISO-Toleranz von H7 versehen.
  • Nach Zuordnung des Toleranz-Typs Grenzwerte/Passungen-Linear mit Bohrung=H7 und dem Aktualisieren (von Bauteil- und Zeichnungsdatei) sollte dieser Toleranzwert normgerecht in der Bauteilzeichnung der Platine erscheinen:
    Software CAD - Tutorial - Baugruppe - Zeichnungssatz bauteil toleranz aufruf.gif
  • Hinweis: Falls dies trotz Aktualisierung der Zeichnung nicht der Fall ist, muss man das Modellmaß des Bohrungsdurchmessers in der Zeichnungsansicht löschen und erneut aus dem Modell abrufen!
Software CAD - Tutorial - Baugruppe - Zeichnungssatz bauteil platine toleranz bohrungen.gif

Das CAD-Modell der Platine ist noch um folgende Toleranzen zu ergänzen:

  • Dies muss nicht in der Modelldatei erfolgen, sondern kann auch durch das Bearbeiten der Modellbemaßung in der Zeichnungsdatei realisiert werden.
  • Die zwei 4 mm-Bohrungen sollen zusammen mit den Wellen jeweils ein Gleitlager mit der Spielpassung H7/f7 bilden.
  • Den Zahnrad-Bohrungsabstand müssen wir mit einem positiven Abmaß von +0,05 versehen:
    Software CAD - Tutorial - Baugruppe - Zeichnungssatz bauteil toleranz abmasz.gif

Anmerkungstext

Um ein Zusammenfügen zweier Platinen über die Abstandsbolzen und die Lagerung der Wellen funktionell zu realisieren, sollte man die "Bohrungen von Platine1 und 2 gemeinsam bohren":

  • Diese Fertigungsanweisung wird als Anmerkungstext auf dem Zeichnungsblatt vermerkt.
    Software CAD - Tutorial - Baugruppe - Zeichnungssatz bauteil platine texte.gif
  • Die Dicke der Platine wird in der Form t=5 ebenfalls als Text beschriftet. Der Zahlenwert muss sich automatisch aktualisieren, wenn in dem Platinen-Bauteil die Dicke geändert wird. Man könnte zwar auf die automatisch generierten Parameter-Namen zugreifen, aber es ist überschaubarer, für die Dicke einen Benutzerparameter zu definieren. Wir öffnen dafür wieder die Datei Platine_xx.ipt.
  • Mittels MFL > Verwalten > Software CAD - Tutorial - button parameter.gif gelangt man zur Parameterliste:
    Software CAD - Tutorial - Baugruppe - Zeichnungssatz bauteil platine parameter.gif
  • Zu den Benutzerparametern fügen wir den numerischen Parameter Dicke=5 mm hinzu.
  • Danach bearbeiten wir die Extrusion des Basis-Elements und ersetzen den Abstandswert durch Dicke. Dabei können wir auf die Liste der nutzerdefinierten Parameter zurückgreifen:
    Software CAD - Tutorial - Baugruppe - Zeichnungssatz bauteil platine par dicke.gif
  • In der Zeichnung der Platine können wir nun die Plattendicke als Text beschriften, wobei wir den Parameterwert hinzufügen (Button Software CAD - Tutorial - button parm hinzufuegen.gif drücken nicht vergessen!):
    Software CAD - Tutorial - Baugruppe - Zeichnungssatz bauteil platine dickentext.gif
  • Die einheitlichen Fasen der Bohrungen erläutern wir ebenfalls als Text auf dem Zeichnungsblatt. Dabei verwenden wir die Modellparameter der Fasen:
Software CAD - Tutorial - Baugruppe - Zeichnungssatz bauteil platine Fasentext.gif

Hinweise zur Bolzen-Zeichnung

  • Analog zur Einzelteilzeichnung der Platine entwickeln wir nun die Zeichnung des Bolzens im Maßstab 2:1 auf dem letzten Zeichnungsblatt.
  • Dabei beachten wir die Toleranzangabe für den Durchmesser der Bolzenzapfen (Bestandteil der Passung H7/j6). Die Durchmesser-Toleranz muss Bestandteil der Modellbemaßung werden!
  • Die Bemaßung unsichtbarer Kanten ist zu vermeiden. Deshalb soll für den Bolzen nur eine Schnittansicht verwendet werden:
    • Wichtig: Im Rahmen dieser Übung ist die Erstansicht so auszurichten, dass in der Schnittansicht das Modellmaß für den Zapfendurchmesser (einschließlich der Toleranz) abgerufen werden kann!
    • Das erforderliche Wissen zu Schnittansichten eignen wir uns anhand der Inventor-Hilfedatei an.
    • Schnittansichten sind nur als abgeleitete Ansichten erstellbar.
    • Die dafür erforderliche Erstansicht schieben wir außerhalb des dargestellten Blattbereiches, damit nur die Schnittansicht auf dem Blatt abgebildet wird!
  • Als Mittellinie kann man die Z-Achse einschließen, da die "automatischen Mittellinien" nur für die Bohrungen aus dem Modell abgerufen werden können.
  • Zeichnungsbemaßung ist nur zu verwenden, wenn die Modellbemaßung nicht abgerufen werden kann oder nicht zu einer normgerechten Bemaßung führt.